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Zusammenfassung
Der verlorene Sohn Libretto, Musik und Textkollage von Wolfgang Fricke, 1987
Choreographie:
Ingrid Schwarz-Westermann, Ulla Vogelsang
3 Teile, 1 Stunde
Alter:
Sek. II
Tänzer:
3 Solisten,
Tanzensemble (10 15)
Gesang:
Chöre, Ensembles, Soli
Musik:
Klavier, Synthesizer, Orchester, Schlagzeug, (Gitarre, Brass, Rhythmus etc.)
Tanz:
Reines Tanztheater, Chor tanzt nicht
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Tanztheater · Der verlorene Sohn
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Ein Tanztheater mit Chor und Sprechern
nach der biblischen Geschichte, Lukas 15, 11 32
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Inhalt
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Ausgelegt wurde das Stück zunächst in der alten und heute selten gewählten Form des Oratoriums. Zu verstehen ist darunter die Vertonung religiöser und weltlicher Texte, für Chor, Solisten und Orchester, das Ganze beeinflusst von der Opernmusik. Die Besonderheit hier: Die Tanzgruppen der Wichernschule stellen Handlung und biblische Texte durch eine Ballettartige Gestaltung dar.
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Horner Wochenblatt 25. Juni 1987 |
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Die Musik enthält sowohl klassisch melodische sowie moderne Elemente.
11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.
13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.
14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land, und er fing an zu darben
15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.
17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!
18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.
19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße.
22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße
23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; laßt uns essen und fröhlich sein!
24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.
25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen
26 und rief zu sich einen der Knechte, und fragte, was das wäre.
27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.
28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.
29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre.
30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verpraßt hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.
32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
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Szenenabfolge
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Eingangschor: Es ist Dir gesagt, Mensch 
Erster Teil: Zu Hause
| 1. |
Das Haus Der Vater und die beiden Söhne |
| 2. |
Die Arbeit auf dem Feld  |
| 3. |
Die Enge des Hauses und die Sehnsucht nach Weite und Freiheit
dazu: Aria Recitata nach Psalm 139
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| 4. |
Widerstand und Abschied |
Chor: Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für!
Zweiter Teil: In der Fremde
"Nie wieder war das Leben von Begegnungen, von Wiedersehen so voll wie damals." (Neruda)
| 1. |
Erste Erfahrungen 
Reminiszens: Aria Recitata nach Psalm 139
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| 2. |
Verführungen
Aria Recitata nach Psalm 139
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| 3. |
Die Verstrickung
dazu Bariton Solo mit Chor
Textlesung (Evangelium)
Sopran Arie: Der Gebeugte (Josef Weinheber) |
| 4. |
Die Erinnerung |
Choralmotette "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen" 
Dritter Teil: Die Heimkehr
"... Ich bin zurückgekehrt. Was kann ich ihnen nützen, was bin ich ihnen? Und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn..." (Franz Kafka)
| 1. |
Der Weg |
| 2. |
Das Wiedersehen |
| 3. |
Das Fest |
| 4. |
Der Bruder
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| 5. |
Fortsetzung des Festes |
Schlusschor: "Und wer mich ehrlich sucht von ganzem Herzen und mit seiner ganzen Sehnsucht, der wird mich finden. Amen."
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Mitwirkende
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- Solistische Tänzer
- Der Vater - Der ältere Sohn - Der jüngere Sohn
- Tanz Ensemble
mit wechselnden Rollen je nach Szene - Arbeiter - Freunde und falsche Freunde etc.
- Solisten
- Bariton - Mezzosopran
- Chor
- Sprecher
- Orchester
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Beschreibung einzelner Szenen
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Das Haus
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Der Vater und die beiden Söhne schreiten das Haus ab, erschaffen den Raum, aus dem heraus das Geschehen entstehen soll. Der Vater setzt die Normen. Die beiden Söhne folgen dem Vater, schicken sich in die von ihm vorgegebenen Konventionen. Während der ältere Sohn diesen nun schon eingeschlagenen Weg nicht verlässt, bricht der jüngere aus dem Schema aus und setzt seine eigenen Variationen dagegen. |
Die Verstrickung
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Für den weiteren Niedergang des Sohnes ist hier das Bild der Verstrickung gewählt. Der Sohn bewegt sich in einer Art Spinnennetz. Er verstrickt sich unmerklich und die Versuche, sich zu befreien, vergrößern die Verwirrung, bis schließlich, am ganzen Körper gebunden, der Zusammenbruch erfolgt. |
Fortsetzung des Festes
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Trotz der Unversöhnlichkeit des älteren Bruder lässt der Vater das Fest fortsetzen. Die Freude überwiegt. Auch zum Schluss ergreift der ältere Sohn die ihm dargebotene Hand des Vaters nicht, aber vielleicht ist diese erste Revolte auch für ihn Aufbruch zu neuen Lebensmöglichkeiten. |
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Hör- und Notenbeispiele
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Dauer Download eines Hörbeispiels:
ISDN/Modem ca. 4 min
DSL ca. 20 sek.
Eingangschor (Nr. 1)
Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von Dir fordert!
Nämlich:
Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig ...
(sein vor Deinem Gott. Es wird des Herrn Stimme über die Stadt rufen!
Aber wer Deinen Namen fürchtet, dem, dem wirds gelingen!
Höret, ihr Stämme! Hört, was geprediget wird.)
"Arbeit" (Nr. 2)
Tanzszene ohne Text
"Erste Erfahrungen" (Nr. 5)
Tanzszene ohne Text
Choral (Nr. 12)
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.
Cantus firmus:
(Der Herr ist mein getreuer Hirt,
hält mich in seiner Hute.
Daran mir niemals mangeln wird
jemals an einem Gute.
Er weidet mich ohn Unterlass, darauf wächst das wohlschmeckend Gras)
seines heilsamen Wortes.
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