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Zusammenfassung
Tom Sawyer


Libretto, Texte und Musik von Wolfgang Fricke, 1981 

3 Akte, 2,5 Stunden, 14 Songs

Alter:
Prim + Sek. I

Rollen:
15 oder mehr, Doppelbesetzungen möglich

Gesang:
Chöre, Ensembles, Soli

Musik:
Klavier, (Gitarre, Schlagzeug, Orchester, Brass, Orff, Rhythmus etc.)

Kabarettistische Elemente
Generationskonflikt (sehr liebevoll)

Tanz:
Einfache Choreographie für die Chöre, Rock 'n' Roll




Musical · Tom Sawyer


Inhalt

Dieses Musical greift auf Geschichten aus dem bekannten Roman von Marc Twain zurück, wobei, neben einer Reihe von Alltagsgeschichten, der Konflikt zwischen Jung und Alt sowie veraltete Erziehungsprinzipien die Hauptakzente bilden. Natürlich geht dies augenzwinkernd zu durchgehend heiteren Formen vor sich mit kabarettistischer Ausprägung, wie sie ja auch der Vorlage entspricht.

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Rollen

 
  • Tom Sawyer, ein pfiffiger Kerl, der dem Musical natürlich seinen Stempel aufdrückt

  • Tante Polly, die treuherzige und biedere Tante, deren Großmut die Erziehung von Tom übernommen zu haben scheint, auf manche harte Probe gestellt wird.

  • Sid, ihr bisweilen zu Hinterhältigkeiten neigender Sohn

  • Ben Rogers, der erste von Toms Kumpanen, der sich für eine kurze Nebentätigkeit wertvolle Belege für fleißiges Lernen in der Sonntagsschule abhandeln lässt

  • Huckleberry Finn, die wichtigste Führungskraft unter Toms Freunden

  • Ein Pfarrer, dessen große Güte durch Tom auf eine harte Probe gestellt wird

  • Richter Thatcher, ein umsichtiges, wenn auch bisweilen leicht überfordertes Glied der strapazierten Gemeinde

  • Mrs. Thatcher, die durch naive Fragen ein gesellschaftliches Erdbeben provoziert

  • Becky, deren Unverständnis für Umgangsformen eben dieses Erdbeben auslöst

  • Dr. Robinson, ein wissenschaftlich engagierter Arzt, dessen makabere Vorlieben nicht gerade begeisternde Folgen für ihn haben

  • Indianer Joe, der an eben diesen Folgen, aber auch an anderen fragwürdigen Machenschaften seinen Anteil hat

  • Pig - ein weiterer, eifriger Helfershelfer vom Indianer-Joe, dessen Gutgläubigkeit fast fatale Folgen für ihn gehabt hätte

  • Muff Potter, des Doktors unglücklicher Adlatus, dessen wenig nüchternes Gehabe ihn vor unerwartete Probleme stellt

  • zwei Polizisten, umsichtige Spürnasen in einer undurchsichtigen Sache

  • zehn von Toms Freunden, sehnsüchtige Aussteigertypen

  • weitere von Toms und Beckys FreundInnen, deren Unternehmungslust den armen Richter um den letzten Nerv bringt

  • dazu - Gemeindemitglieder, Zeitungsjungen, Prozessbeobachter, ungeladene Geburtstagsgäste, "geladene" Partyteilnehmer u.v.a.



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Beschreibung der Songs


1. Großer Prolog
5:14 min
Schmissiger Hauptsong
Schauspieler, Chor und Ensemles,
Soli: liedartig, punktiert, Weil-artig
"Kommt und seht Tom Sawyer"  
Alle Spieler werden von Tom vorgestellt
2. Solo und Chor
2:39 min
fetziger Song mit Sprechfuge
"Und dies, Tante Polly, hast du dir so gedacht"
Ihre Großmut wird von den anderen Erwachsenen nicht gebilligt.
3. Serenade und Pantomime
1:58 min, Instrumental Rondo
Instrumental-pantomimische Einlage
Charakterstudie der Zaun streichenden Kinder
4. Serenade und Choral
3:00 min
"Sakraler Nachtrag unheilige Dissonanzen"
Intermezzo in der Kirche mit Unterbrechungen durch Zaunstreich Motiv
5. schneller Song
1:31 min
zwei Chöre: Kinder und Erwachsense
"Mensch Tom wie hast du das denn bloß geschafft"
gleichermaßen ein Lob- und ein Schmählied nach Beckys schallendender Ohrfeige
6. Soli, Ensemble und Chor
3:20 min
Swing-Blues
"Warum fiel dem Marc Twain denn dies nun ein?"
Man beklagt sich über den Autor!
7. Finale 1, Ensembles, Soli und für widerstreitende Chöre
3:06 min
Kabarett-Stil, Swing, Wechselgesang
"Es war der Indianer Joe!"
Allen wird klar, wer ihnen gerade entkommen ist!
8. für 2-stimmigen Chor
4:25 min
Marsch in moll
"14 Tage auf der Insel"
Ein Lied von Fernweh und Weltschmerz
9. Chor und Soli
3:06 min
Shuffle+Swing
"Ja, so sind sie immer!"
Ein nicht immer nur ablehnendes Lied über die Erwachsenen
10. genervtes Finale 2, Soli, Chor + Ensembles
1:52 min
Blues, schnell syncop., viele 8tel
"Jetzt reicht's, Marc Twain!"
man entscheidet sich, die Fäden selbst in die Hände zu nehmen
11. Solo Chor Arie
4:54 min
Walzerboogie, Rock'n'Roll
"Mein Tag!"
Beckys geburtstäglicher Freudentanz!
12. Solo Arie
5:24 min
Tango horribile
"Zuerst die Rache!"  
Indianer Joe – eine Art Psychogramm
13. Duett
2:58 min
schnulzige Romanze
"Hab doch keine Angst"
Tom tröstet Becky in der Höhle
14. Finale 3, Chor
5:68 min
"Das war's denn Leute!"
Das war's denn Leute!"


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Szenenfolge


Erster Akt

1. Tom erweist sich gegenüber seiner Tante Polly als ein sehr geübter Taktiker.
2. Tom muss zur Strafe den Zaun streichen. Aber vor den anderen Kindern tut er so, als sei es eine Ehre. Sie wollen auch mal streichen. Deshalb luchst er ihnen die Lobzettel der Sonntagsschule als Lohn ab.
3. Tom gewinnt den Preis wegen der vielen Zettel und stellt vor der Gemeinde und dem Pfarrer seine Fähigkeiten unter Beweis. Das Ergebnis wird verständlicherweise höchst unterschiedlich aufgenommen.
4. Tom kehrt seine Skepsis gegenüber Hucks Zauber-Künsten heraus, womit er sich all die bösen Folgen einhandelt, die dieses Musical noch für ihn bereithält.
5. Wie berechtigt Toms Skepsis war, zeigt sich auf dem Friedhof.
6. Dort werden Tom und Huck Zeuge von Indianer Joes Untat, die die ärztliche Laufbahn von Dr. Robinson nicht unwesentlich verkürzt.
7. Dem armen Muff Potter wird der Mord an Dr. Robinson durch Vorurteile und durch falsche Spuren in die Schuhe geschoben.
8. Toms und Hucks Schuhe entlasten Muff Potter, was den Indianer Joe zur Erkenntnis bringt, dass er vielleicht doch nicht länger als bloßer Beobachter dieses Prozesses fungieren sollte - er haut ab!


Zweiter Akt

1. Tom und seine Freunde verwirklichen sich einen schönen Traum von der Insel, der aber jäh endet, als sich ein zu Recht schlechtes Gewissen zu Wort meldet.
2. In einer Rückblende erleben sie die Trauer der Eltern über ihre totgeglaubten Kinder und auch ihren Zorn.
3. Tom und Huck gehen auf Schatzsuche und finden einen!!!
4. Indianer Joe kommt dazwischen und nimmt die Kiste mit!


Dritter Akt

1. Tom und Huck sind der Auslöser dafür wird, dass Beckys Geburtstagsfeier nicht ganz so verläuft, wie es den Vorstellungen der Erwachsenen entspricht.
2. Alle Kinder wollen in die Tropfsteinhöhle gehen. Dieser Plan streckt auch den letzten der noch aufrechten Erwachsen, Beckys Vater, gleichfalls zu Boden.
3. Indianer Joe will seinen Schatz in der Höhle verstecken, was ihn in verdächtige Nähe zu den Kindern bringt.
4. Huck will mit dem Richter die Kinder in der Höhle warnen. Vor lauter Rachsucht merkt Indianer Joe nicht, wie Huck die Kiste gegen eine leere Kiste austauscht.
5. Huck will mit dem Richter die Kinder in der Höhle warnen. Vor lauter Rachsucht merkt Indianer Joe nicht, wie Huck die Kiste gegen eine leere Kiste austauscht.
6. Aber Indianer Joe hat Angst vor Geistern. Also verkleiden sich Tom und Becky und zwingen ihn in die Knie. (Nicht mal ein Indianer Joe darf im Musical elendig verenden)
7. Ein unvermutetes Gelächter erweist sich als das, was es eigentlich immer sein sollte: wahrhaft befreiend!


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Hör- und Notenbeispiele


Dauer Download eines Hörbeispiels:
ISDN/Modem ca. 4 min
DSL ca. 20 sek.

"Kommt und seht Tom Sawyer" (Nr. 1)

"Kommt und seht Tom Sawyer" (Nr. 1)

Eingangschor

Kommt und seht Tom Sawyer und Huck Finn!
Heut ist hier was los, hier seid ihr mitten drin.
Kommt und freut euch mit bei Gesang und Spiel,
und hinterher, da sagt ihr uns, wie's euch gefiel.

Vorhang auf für Freunde, Schurken, Narren, Schelme!
Vorhang auf zum ersten Akt!
Und wenn ihr dabei mitmachen wollt,
dann klatscht oder trampelt, aber bitte im Takt!

Kommt und seht Tom Sawyer ......


"Und dies, Tante Polly" (Nr. 2)


Finale 1, "Also jetzt reicht's, Marc Twain!" (Nr. 10)

Soli und Chor

Du hast doch nichts wie Ärger mit den Dichtern!
Da denkst du nun, jetzt haste auch mal Glück.
Doch wieder einmal stehn wir da mit langen Schafsgesichtern
und schaun voll Schmerz und Wehmut auf die große Chance zurück!

Mensch du hast doch nichts wie Ärger mit den Dichtern!
Da hoffst du nun, du hätt'st mal Geld wie'n Scheich!
Doch fängst du langsam an, dir endlich einzutrichtern:
Ein guter Mensch ist doof - und nur Ganoven reich:

(Hier tritt der C h o r schnell hinzu und fällt ein:)

Also - Jetzt - reicht's, Marc Twain!
Jetzt ist's genug, Marc Twain!
Du hast das Spiel bis hierher uns doch nur vergällt.
Jedoch jetzt reicht's, Marc Twain!
Und jetzt sollst du mal seh'n:
Wir komm'n auch ohne deinen Urtext durch die Welt!

Jetzt nehmen wir ganz einfach bis zum Ende
die Fäden einmal selber in die Hände!
Oh, warte nur das bittre Ende ab!
Und du wirst seh'n, Marc Twain,
wir haben auch Ideen
und das nicht zu knapp,
da schnallst du ab, -

Also, jetzt reicht's, Marc Twain! Wir könn' alleine stehn
und Du wirst seh'n, jetzt wird die Story erst vertrackt.
Also, bis dann Marc Twain! Bis wir uns wiederseh'n
Gleich nach der Pause schon im letzten Akt!

"Mein Tag" (Nr 11)

Becky:

Dies ist mein Tag! Heut mache ich, was mir gefällt!
Ich lade mir heute die erstbesten Leute ein - ganz allein!
Geht's drunter und drüber,
das ist mir nur lieber,
es renkt sich alles ein.

Habt ihr was dagegen,
das wird sich schon legen,
ich bin ja nicht mehr klein!

Heut ist was los,
heute wird's groß,
das muss ja auch mal sein!

Chor: (wiederholt)

(Der Rock'n Roll beginnt)

Becky und Chor im Wechsel: Dies Ist mein Tag! ..........

Alle:

Heut ist was los,
heute wird's groß
Was kostet eigentlich die Welt?

Becky: (Chor wiederholt jede Zeile)

Ich lade mir heute
die erstbesten Leute!
Geht's drunter und drüber,
das ist mir nur lieber!
Heut ist was los,
heute wird's groß
Was kostet heute die Welt!


"Zuerst die Rache!" (Nr 12)

"Zuerst die Rache!" (Nr. 12)

Zuerst die Rache, meine Rache, meine fürchterliche Rache,
für die ich leb', selbst wenn ich mir die Finger dran verbrenne!
Denn meine Rache ist meine Sache, ob ich schlafe oder wache,
sie ist die einz'ge echte, große Regung, die ich kenne
Die Rache blüht in mir,
wie eine große gift'ge Pflanze, -
Die Rache glüht in mir,
wie wenn ich in der dunklen Nacht auf heißen Kohlen tanze, -
Nein! Erst die Rache, meine Rache,
meine fürchterliche Rache!
die an mir nagt,
die nachts mich plagt
und die mich jagt,
bis dass es tagt,
die mich verwüstet, nie verlässt
und in mir wütet wie die Pest!!

Wie - ein - D r a c h e !!


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