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Zusammenfassung
Der Rattenfänger von... Libretto, Texte und Musik von Wolfgang Fricke, 1998
3 Akte, 2 Stunden, 16 Songs
Alter:
Sek. I + Sek. II
Rollen: 15 oder mehr
Gesang:
Chöre, Ensembles, Soli
Musik:
Klavier, (Gitarre, Schlagzeug, Orchester, Brass, Orff, Rhythmus etc.)
Kabarettistische Elemente
Wer verführt wen in einer "verrattete" Stadt
Tanz:
Einfache Choreographie für den Chor
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Musical · Der Rattenfänger von...
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Ein Musical über allerlei Ratten in unserer Gesellschaft -
nicht nur in der Sage
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Inhalt
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Welche Arten von Ratten gilt es eigentlich zu beseitigen?
Warum lassen sich Kinder überhaupt verführen?
Das Musical bearbeitet die Hamelner Sage und prangert eine verrattete Gesellschaft an, die von glatten, korrupten Ratten in Politik, Industrie, Musikbusiness und vielen anderen Sparten durchzogen ist. Immer feste in die eigene Tasche singen die Ratten, die vom Plan ihrer eigenen Beseitigung nicht besonders angetan sind. Sie holen zum Gegenschlag aus:
Sie lassen die Kinder aus der Stadt locken, in ein Konsumparadies, das die Wünsche nach Anerkennung und Größe nur scheinbar erfüllt. Einige Kinder erkennen den Humbug und zeigen den verführten Kindern, was man einem Ratten- oder Kinderfänger entgegensetzen kann.
Die Ratten werden am Ende nicht vertrieben, sondern erfüllen ihren Hang zum Bleiben. Nur der Schaden, den sie anrichten, bleibt geringer, wenn sie wissen, dass sie wachsam beobachtet werden.
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Rollen
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- Kinder
- Mutter
- träger Senat
- Polizist
- 2 Rattenfänger (gut und böse)
- und viele Ratten
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Beschreibung der Songs
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| 1. |
Eingangschor
7:00 min |
"Die elenden Ratten" 
Schmissiger Hauptsong |
| 2. |
Quartett, Oktett 2:56 min
Doppeloktett Chor |
"Klon, klon, klon! und uns ist die Moral- piepegal"
Wie sich die Ratten in der Stadt vermehren |
| 3. |
Chor mit Soli 3:15 min
pantomimisch |
"Rattenballett"
Die einzelnen Nager stellen sich vor |
| 4. |
Solo-Song
2:56 min, liedhaft, später marschartig |
"Fritz, der gestresste Polizist"
Fritz der gestresste Polizist kommt gegen die Mistviecher auch nicht mehr an |
| 5. |
Finale I für 3 Chöre 3:39 min,
syncopisch |
"Denn eine Ratte beißt der andren doch die Ohren nicht gleich ab"
Rattenkinder und -senatoren singen |
| 6. |
Ensemle und Chor 2:54 min
Marsch, Refrain: Walzer |
"Immer rein in die eigene Tasche" 
Die Rattenmoral nach der Devise: Fett wirst Du nur vom selber essen |
| 7. |
Solo Song mit zweistimmigem Chor 3:51 min Rumba |
"Spitzt Eure Ohr'n"
Der Rattenfänger verführt die Kinder, immer schön mit dem Strom zu laufen. |
| 8. |
Chor
2:59 min
Marschlied |
"Zur großen Freiheit"
Kinder machen sich auf den Weg und folgen ihm |
| 9. |
Solo und Ensemble
1:53 min
Tango, Swing, Presto |
"Rattenfreiheit" 
Frei sein, nur das zu tun, was mir auch nützt |
| 10. |
Solo Lied
je 3:09 min
langsame Schunkeltriolen
schnelle Synkopen |
"Ich will doch nur mein ICH zurück" 
Trauriges Lied |
| 11. |
Finale II, Soli und Chor 2:45 min
schwingend |
"Ulis Plan"
Der falsche Rattenfänger soll nun endlich gefasst werden |
| 12. |
Chor
1:42 min
Triumph-Marsch |
"Der Lügenmärchen Marsch"
Sie führen den gefesselten Rattenfänger in die Stadt |
| 13. |
Solo Song
2:30 min
melodisch |
"Kinder ist das ne Story"
Ein vielsagendes Geständnis eines Reporters |
| 14. |
Instrumental
1:03 min |
"Die Zauberflöte" |
| 15. |
Solo Song
3:24 min
liedartig, 2 Strophen |
"Zu nischt mehr nutze"
Fritzens Elegie |
| 16. |
Finale III
3:22 min
synkopisch, schnell |
"Illusionen"  |
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Szenenfolge
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Erster Akt
| 1. |
Eingangschor: Die elenden Ratten sind überall. Ein Polizist mit Berliner Dialekt hat den Auftrag, Ratten in der Stadt zu jagen. Er guckt aber immer weg, wenn er welche sieht. Uli Kreuzers Mutter stellt ihn zur Rede. Er klagt sein Leid, denn er bekommt Ärger von oben, wenn er keine Ratten fängt, aber offenbar bekommt er den gleichen Ärger, wenn er welche fängt, wegen Beschneidung der persönlichen Freiheiten oder so. Also immer schön weggucken!
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| 2. |
Uli und seine Freunde Dörte, Helga und Jörg spielen das Rattenspiel. Sie setzen sich Rattenmasken auf und bezeichnen sich als "Ratte Wichtigtuer", "Ratte Anlagenberater" etc. Um sich ganz schnell zu vermehren, stellen sie sich vor, sich zu klonen. Und so stehen plötzlich Hunderte von Ratten auf der Bühne! |
| 3. |
Die drei dicken Ratten (jeder hat einen hässlichen Sprachfehler und einen Tick) beratschlagen, den Senat dazu zu bewegen, die clevere Jugend verbieten zu lassen. |
| 4. |
Beim kurzen Einblick in eine Senatssitzung stellen wir fest, der Senatspräsident faselt, die Senatoren quatschen unqualifiziert dazwischen oder schlafen. |
| 5. |
Die fetten Ratten haben schon genügend Brüder eingeschleust und freuen sich darüber, dass sie die Fäden in der Hand haben. "Und die Moral? Piepegal". Sie tanzen das Rattenballett.
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| 6. |
Die unglaubliche Neuigkeit wird vorgetragen, der Senat habe einen Beschluss gegen die Ratten erwirkt und einen Rattenfänger engagiert. "Ein unappetitlicher Saubermann" Sie fassen einen Plan! |
| 7. |
Alle Kinder und Senatoren erwarten den Rattenfänger auf dem Bahnhof. Die Ratten bringen ihren eigenen Rattenfänger mit. Der soll den ersten im Hinterhalt um die Ecke bringen. Nur der gestresste Fritz kann den Ratten noch gefährlich werden. Der plaudert ein bisschen von seinem harten Leben als Rattenpolizist. |
Zweiter Akt
| 1. |
Der Rattenaufsichtsrat beschließt, dass man sich gegen den vom Senat eingesetzen Rattenfänger zur Wehr setzen muss.
Fritz, der geborene Feigling, bringt den Verführer rein, und sie machen sich gemeinsam auf den Weg, die Kinder zu fangen.
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| 2. |
Die Kinder kommen wegen des Klangs der Flöte herbeigelaufen. Sie finden die Musik mitreißend. Er singt von dem Land "In & Out", in dem alle Wünsche erfüllt werden. Paradiesisch! |
| 3. |
Im Glitzerland der Träume erfüllt der Verführer jedem Kind seinen Wunsch. Allen werden die Augen verschlossen und sie werden mit Dunst umnebelt. Reichtum, zweifelhafte Bildung, Ruhm, etc. stellen sich ein. |
| 4. |
Nun beginnen die Kinder sich zu verändern. Aus ihnen brechen Verachtung und Verantwortungslosigkeit hervor. Zwei Mädchen beobachten dies, verweigern die Wunscherfüllung und verscheuchen den Verführer. |
| 5. |
Diese beiden führen die umnebelten Kinder aus dem glitzernden Dunkel wieder zurück. Sie nehmen sich vor, den Verführer dingfest machen. |
| 6. |
Aber Fritz kommt schon mit ihm herbei. Auf welcher Seite steht er eigentlich? |
Dritter Akt
| 1. |
Die Kinder kommen zurück und erkennen die Lügen, die man ihnen erzählt hat. Die Ratten sind nur mäßig beschämt. |
| 2. |
Eine Journalisten-Ratte macht sich über die Story her. Fritz will sie vertreiben, wird aber von den anderen Ratten davon abgehalten. Dörte erinnert sich an den richtigen Rattenfänger. |
| 3. |
Als er erscheint probieren sie seine Flötenmelodie aus. Die Ratten erstarren und folgen ihm. Fritz bedauert den Verlust seiner Aufgabe. |
| 4. |
Die Ratten wird man aber so schnell nicht los, denn sie kommen immer wieder aus ihren Löchern hervor. Der unfähige Senat soll sich erneut mit der sich wiederholenden Rattenplage beschäftigen. War alles umsonst? Nein, aber Ratten kann man nicht vertreiben, nur wer wachsam bleibt, wird von ihnen nicht angenagt. |
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Hör- und Notenbeispiele
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Dauer Download eines Hörbeispiels:
ISDN/Modem ca. 4 min
DSL ca. 20 sek.
"Die elenden Ratten" (Nr. 1)
"Immer rein in die eigene Tasche" (Nr. 6)
1.) Unsre Jagd nach vielerlei Geschäften
wird durchkreuzt von manchen dunklen Kräften.
Keiner kann so nach Belieben
einfach stehlen, trixen, täuschen oder schieben.
Manchmal wird uns richtig Angst und Bange,
schließlich geht's um eigene Belange.
Dabei lebt ein jeder frei nach der Devise,
wie zum Beispiel diese:
Refrain:
Unser Leben kennt nur eine, eine alte simple Masche:
Immer feste, immer feste, immer rein in die eigene Tasche.
Und wer schreit und ruft noch laut nach Solidarität,
Der kommt leider wieder einmal viel zu spät.
Denn bei Ratten wird nie vergessen:
stets den Wanst sich erst voll zu fressen.
Denn für's Leben gilt noch immer doch die alte simple Masche:
Immer fest, immer feste, immer rein in die eigene Tasche.
"Rattenfreiheit" (Nr. 9)
"Rattenfreiheit" (Nr. 9)
Frei sein, nur das zu tun, was mir auch nützt!
Frei sein, zu handeln, wie's beliebt!
Und frei sein, stets tun und lassen, wie's mir paßt!
Frei sein, dort zu raffen, wo's was gibt!
Das ist die Freiheit, wie sie Ratten geben.
Doch es ist Freiheit, die die Welt verschmutzt.
Doch wo ist die Freiheit, von der Menschen leben,
die ihnen dient und ihrer Würde nutzt?
Das höchste Maß, an dem wir Freiheit messen,
das hab'n zu sagen sie vergessen.
Frei sein, zu trachten, wie ich oben bleib.
"Ich will doch nur noch mein ICH zurück" (Nr. 10)
"Ich will doch nur noch mein ICH zurück" (Nr. 10)
Manchmal nachts, da wach' ich auf und mach mir Sorgen.
Woran liegt's, dass ich nicht schlafen kann.
Irgendetwas fehlt mir, ich weiß es dann am Morgen,
und ich fang dann erst so recht das Grübeln an.
War's der falsche Kerl, dem blind wir nachgelaufen?
War's ein falsches Ziel, was uns nun quält?
Alles wär' zu haben, alles wär' zu kaufen!
Das wär' alles, was heut zählt:
Refrain:
Ich will doch nur mein eignes Ich.
Wer gibt es mir zurück?
Das ist's, was heute mich so quält!
||: Wer gibt mir nur -
Wer gibt mir nur -
Wer gibt mir nur mein altes Ich zurück? :||
"Illusionen" (Nr. 16)
Finale III
So ist's mit Millionen
schönster Illusionen,
die wir haben hoffnungsfroh auf das Glück um uns gebaut. Vergeblich!
Als wir noch die Ratten
ständig um uns hatten,
hab'n wir diesem Rattenfänger ja viel zu sehr vertraut. Ach leider!
Ach, wir waren zu naiv,
deshalb ging auch Vieles schief.
Weil wir's machten,
wie wir dachten,
lief's ganz anders, als es lief. - Ja -
Weil die Illusionen
sich ja meist nicht lohnen,
war'n wir leider überhaupt nicht so recht auf dem Quivive. Schön blöde!
Was man vorher so nicht sah,
sind die Ratten wieder da!
Unerträglich,
aber möglich,
niemand wusste, wie's geschah. - Ja -
Tausend nette Leute
werden ihre Beute,
tanzen rum auf allen Nasen, und das noch mit Hurra. - Ja!
Der, der immer schon chaotisch war, ...
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