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Hintergründe · Der Weg zur Inszenierung
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Besetzung - Choreographie - Instrumentierung - Spiel-Stil und Tempi - Umgang mit dem Text
Besetzung
Die Hauptrollen werden Sie mit guten Sängern besetzen. Die allgemeine Spielbegabung ist allerdings von genauso großer Wichtigkeit. Ein mäßiger Sänger kann sich stets in den Sprechgesang "retten". Der ist für ein Musical durchaus charakteristisch und auch sehr wirkungsvoll und erfordert obendrein genauso viel Können wie das Singen. So mancher Junge hat bei frisch einsetzendem Stimmbruch kurz vor der Premiere mit Bravour über die stimmlichen Schwierigkeiten hinweggesprochen.
Auch für den Chor gilt, dass aktives Mitmachen entscheidenere Impulse liefert als der perfekte Gesang! "Brummer" dürfen und sollen auch mitmachen! Chorische Kleingruppen (2-4 Sänger), Ensembles, können beliebig viele Einzelparts singen. Zentrale Refrains bleiben dem Tutti vorbehalten. Ein Musical lässt sich wohl mit 30-50 Kindern durchsetzen, (es sei denn man verfügt über einen gesanglich gut geschulten Kinder- oder Knabenchor, dann können es wohl auch weniger sein.)
Doppelbesetzungen, in der ein Kind mit mehreren Rollen ein weitergefächertes Betätigungsfeld bekommt, sind immer möglich. Auch die andere Variante zwei getrennte Besetzungen für verschiedene Aufführungen zu machen, kann bei einer großen Gruppe sinnvoll sein, es verstärkt aber die Konkurrenz unter den Spielern, was sich negativ auf die gesamte Produktion auswirkt kann. Die Obergrenze ergibt sich, weil sonst der einzelne zu wenig zu tun hat. Im schulischen Rahmen ist eine zu große Gruppe schwer zu handhaben und zu organisieren.
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Choreographie
Der Chor sollte immer inhaltlich mithandeln (als Räuber, Ratten, Matrosen etc.) und nie abseits oder starr im Hintergrund stehen. Deswegen muss beim Einstudieren der Lieder schon früh die Choreographie des Chores mit erarbeitet werden. Dabei handelt es sich in erster Linie um einfache Gestik, die sich an den Songtexten orientiert. Diese synchronen Bewegungen machen den größten Teil der mitreißenden Wirkung aus und erleichtern den Kindern zusätzlich das Memorieren der Texte, erhöhen die Körperspannung der Sänger und verbessern so den Gesang. Jeder Gesang muss mit Bewegung verbunden sein. Ebenfalls die Soli bedürfen choreographischer Aufmerksamkeit, da die Gefahr besteht, nur mit ausgestrecktem Arm eine sich immer wiederholende Geste zu machen. Diese Bewegungen erfordern ein Höchstmaß an Konzentration, aber machen den Kindern auch doppelt so viel Spaß!
Hat man eine Gruppe oder Einzelne, die über eine besondere tänzerische Begabung verfügen, (Steppen, Rock'n'Roll, Ballet etc.) muss dafür immer Platz sein. Eine Verbindung zwischen einer schnellen, den Raum füllenden Choreographie und dem Gesang wird schwierig sein, es sei denn man hat headsets für alle.
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Instrumentierung
Trotz der Vorlage im Klavierauszug sollten möglichst viele verschiedene Instrumente zum Einsatz kommen. Kein Kollege kann auf eine Besetzung festgelegt werden, die nicht den individuellen Gegebenheiten seiner Schule entspricht. Jeder Kollege wird die Möglichkeiten seiner Schule ausschöpfen wollen. So mancher 12-Klässler gestand mir den Besitz eines Saxophons, um auch noch mitmachen zu dürfen. Auf diese Weise ist man bis zum Schluss beschäftigt, einzelne Stimmen zu erstellen.
Eine Beschränkung auf ein Minimum ist ebenfalls möglich. Das Zentrum des musikalischen Geschehens bildet das Klavier. Ein versierter Pianist ist also Voraussetzung für ein solches Unterfangen. Dazu braucht man mindestens einen einigermaßen versierten Schlagzeuger, dessen Einfallsreichtum zum Tragen kommen soll. Auf ein Drumset wurde bewusst verzichtet.
Wenn ein zweiter improvisatorisch begabter Pianist zur Verfügung steht, erweitern sich die klanglichen Möglichkeiten durch vierhändiges Klavierspiel, zwei Klaviere, oder den Einsatz von Keyboards gewaltig. Der Secondo-Spieler sollte in der Regel die Bassstimme nach unten verdoppeln. Diese Aufgabe kann jedoch auch von einem E-Bass übernommen werden. Sehr wünschenswert ist auch eine E-Gitarre, deren Verstärkung allerdings mit Zurückhaltung vorzunehmen ist, da ein aggressiver E-Sound für ein Musical unangebracht ist. Im Klavierauszug sind die Harmonien mit angegeben. Um Missverständnissen vorzubeugen sind unten die Harmoniesymbole erläutert. Bei nicht bezeichneten Passagen sollte auf die Gitarre verzichtet werden. Ein Gitarren-Set muss vom Klavierauszug exzerpiert werden, woraus die entsprechenden metrisch-rhythmischen Angaben hervorgehen.
Je nach Bedarf können Streicher, Blech- oder Holzbläser sowie Blockflöten oder anderes Schlagwerk hinzugefügt werden. Jeder Kollege soll sich ermutigt fühlen, ein eigenes Arrangement für die speziellen instrumentalen Möglichkeiten zu erstellen.
| C |
Dur - Dreiklang |
| Cm |
moll - Dreiklang |
| Co |
verminderter Dreiklang |
| C+ |
übermäßiger Dreiklang |
| 7 |
Septakkord mit kleiner Sept |
| mj7 |
Septakkord mit großer Sept |
| C6 |
Dreiklang mit (entsprechend) gr. oder kl. Sext |
| C7,9 |
Septakkord mit (entsprechend) gr. oder kl. None |
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Akkord ohne Grundton |
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Akkord ohne Terz bzw. Quint |
| 4-3 |
Quartvorhalt |
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Spiel-Stil und Tempi
Das vorgegebene Notenmaterial ist eine sehr knappe Grundlage zur musikalischen Realisation. Hinzu kommt die oben erwähnte Bassverdoppelung. Ein reines Abspielen der Vorlage allein wird immer zu einem unbefriedigendem Ergebnis führen, weswegen sich der Spieler immer um einen gewissen "swinging effect" bemühen muss.
Das Pedal sollte im Unterschied zur klassischen Musik auf dem betonten Schlag getreten werden und nicht danach. Ebenso wird es auf dem unbetonten Taktteil wieder gelöst. So wird eine leicht wippende Wirkung erzielt.
Auf die angegebenen Tempi ist unbedingt zu achten. Sie beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, immer auf die Viertel (p.min.) Eine Verlangsamung führt meist zu extremen Einbußen in der Schmissigkeit der Lieder.
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Umgang mit dem Text
Grundsätzlich hat der Text der Libretti und die Songtexte als verbindliche Vorlage zu gelten. Freie Änderungen im größeren Stil sind nicht zulässig. Es gibt aber einige Ausnahmen, die jedoch alle einer Genehmigung durch meine Tochter, Elisabeth Levkau, bedürfen.
Sie erteilt diese Genehmigung gern für Textstellen,
- die deutlich erkennbar auf gewisse Aktualitäten auch lokaler Art zugeschnitten sind. Solche Stellen sollten und müssen jederzeit veränderbar sein
- die durch eine schwache schauspielerische Leistung Längen aufweisen, denen mit einer Straffung entgegengewirkt werden kann.
- für das Weglassen einiger Liedstrophen, wenn sich der Spannungsbogen nicht halten lässt.
- für knappe Ergänzungen. Der Ablauf sollte eher gerafft als erweitert werden.
Meine Tochter steht Ihnen für Fragen aller Art zur Verfügung. Ich freue mich über Ihr Interesse und wünsche Ihnen und Ihren Kindern und Mitarbeitern viel Spaß und Erfolg bei der vor Ihnen liegenden Arbeit.
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Wolfgang Fricke
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